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Wie hart ist der Giro wirklich? Herzfrequenz, Belastung & mehr

By WHOOP

Wir haben die Herzfrequenz, die tägliche Belastung, den Schlaf und die Erholung zweier Profi-Radsportteams während des Giro d'Italia verfolgt, dem wohl härtesten Radrennen der Welt.

Mehr als drei Wochen lang haben die besten Radsportler der Welt ihrem Körper beim Giro d'Italia alles abverlangt. Der Giro, der dieses Jahr in der ungarischen Hauptstadt Budapest startete und in Verona endete, gilt bei vielen Fachleuten als die schwierigste der Großen Rundfahrten, noch anspruchsvoller als die Tour de France. Beim Giro 2022 überwachte WHOOP die Herzfrequenz und andere physiologische Daten der Teams von Alpecin-Fenix und EF Education-EasyPost. Im Folgenden gehen wir auf einige Highlights und bemerkenswerte Erkenntnisse aus der Analyse ihrer Daten ein.  

Durchschnittliche Herzfrequenz, Belastung, Schlaf und Erholung beim Giro

Hier sind einige Durchschnittswerte aus den kombinierten Daten beider Teams über die 24 Tage des Giro (einschließlich der drei Ruhetage):

Tägliche Durchschnittswerte

Herzfrequenz während der Fahrt: 131,3 spm Maximale Herzfrequenz: 175 spm Erholung: 59,8 % Belastung (auf einer Skala von 0–21): 18,2 Schlaf: 7:07 Std. Schlafleistung (ausgedrückt als Prozentsatz des Schlafbedarfs): 72 %  

HFV – Höchst- und Tiefstwerte

Wie nicht anders zu erwarten, hatten die Fahrer ihre besten Werte für die Herzfrequenzvariabilität und Ruheherzfrequenz am ersten Tag des Giro.

1. Etappe

Durchschnittliche HFV: 129,1 ms Durchschnittliche RHF: 40,5 spm Die schlechtesten Durchschnittswerte für diese beiden Schlüsselkennzahlen sahen wir nach der 7. Etappe, also der ersten großen Bergankunft (und laut unseren Daten eindeutig eine der schwierigsten Etappen):

8. Etappe

Durchschnittliche HFV: 88,8 ms Durchschnittliche RHF: 47,6 spm  

Tagesbelastung und Erholung nach Team

Die durchschnittliche tägliche Erholung der Alpecin-Fahrer betrug während der 24 Tage des Giro 59,3 %.

DURCHSCHNITTLICHE TÄGLICHE BELASTUNG UND ERHOLUNG DES ALPECIN-FENIX-TEAMS WÄHREND DES GIRO D'ITALIA 2022.

Als Team verzeichnete Alpecin seine höchste durchschnittliche Tagesbelastung (20,7) während der 7. Etappe, die bei hohen Temperaturen 196 Kilometer durch die Berge führte. Dabei kamen die Fahrer auf 4.510 Höhenmeter und verbrannten durchschnittlich 5.747 Kalorien – ganz offensichtlich gingen viele nach der vergleichsweise leichten 6. Etappe an ihre Grenzen. Kein Wunder, dass die durchschnittliche Erholung am Morgen der 8. Etappe mit 29 % im roten Bereich lag. Die EF-Fahrer erreichten während des gesamten Rennens eine durchschnittliche Tageserholung von 62,3 %, ohne einen einzigen Tag im roten Bereich.

DIE DURCHSCHNITTLICHE BELASTUNG DER FAHRER VON EF EDUCATION-EASYPOST LAG WÄHREND DES GESAMTEN RENNENS IMMER ÜBER DEM ROTEN BEREICH (ÜBER 33 %).

Die geringste teamweite Erholung der EF-Fahrer (42 %) war ebenfalls nach der 7. Etappe zu verzeichnen, als sie durchschnittlich 5.555 Kalorien verbrannten. Teil der Rennstrategie von Alpecin war es, sich stärker auf die erste Rennwoche zu fokussieren, um ihren Star Mathieu Van Der Poel möglichst lang im Trikot des Gesamtführenden zu halten. Wir sehen dies auch deutlich an den 5 grünen Erholungen in Folge zu Beginn des Giro. EF hingegen war bestrebt, auf lange Sicht in guter Form zu sein, um Hugh Carthys Chancen auf eine vordere Platzierung aufrechtzuerhalten.  

Mathieu Van Der Poel holt sich mit 97 % Erholung die Maglia Rosa

Alpecin-Fahrer Van der Poel erwachte am ersten Tag des Giro mit einem Erholungswert von 97 %. Sein Körper war in bester Verfassung für eine Spitzenleistung und er holte sich den Sieg bei der 1. Etappe und damit die berühmte Maglia Rosa – das rosa Trikot des Gesamtführenden. Van der Poel konnte seine Führung im Gesamtklassement auch bei den nächsten vier Etappen verteidigen. Zwei seiner Teamkollegen, Stefano Oldani und Dries De Bont, holten sich ebenfalls Etappensiege, wobei jeder von ihnen am Tag seines Sieges eine grüne Erholung von 72 % aufwies (was bedeutet, dass die Werte über ihrem Ausgangswert lagen).

MATHIEU VAN DER POEL, STEFANO OLDANI UND DRIES DE BONDT LAGEN ALLE DREI VOR IHREN ETAPPENSIEGEN MIT IHRER ERHOLUNG IM GRÜNEN BEREICH.

Hugh Carthy bleibt im grünen Bereich

Hugh Carthy vom EF-Team belegte am Ende den 9. Rang im Gesamtklassement. Bei einer Gesamtzeit von 86 Stunden, 49 Minuten und 8 Sekunden fehlten ihm 17:54 Minuten auf den Gesamtsieger. Erstaunlicherweise wies Carthy während des gesamten Rennens nur an einem einzigen Tag einen roten Erholungswert auf und lag an 17 der 24 Tage im grünen Bereich.

HUGH CARTHY HATTE AN 17 DER 24 RENNTAGE GRÜNE ERHOLUNGSWERTE (ÜBER 67 %).

Trotz ständiger Tagesbelastungen von über 20 war Carthy auf der 19. Etappe immer noch zu 92 % erholt und beendete den Giro mit drei grünen Erholungswerten in Folge. Seine einzige rote Erholung sahen wir nach der extremen 7. Etappe, auf der er eine Tagesbelastung von 20,7 verzeichnete. Und selbst bei einer Belastung von 20,5 auf der 8. Etappe lag sein Erholungswert am nächsten Tag schon wieder bei beeindruckenden 81 %.   Russ Ellis @cyclingimages